Am 28. Mai ruft die Charta der Vielfalt zum siebten Mal zum Deutschen Diversity Tag (DDT) auf. Es geht darum, ein Zeichen zu setzen, Flagge für Vielfalt zu zeigen. Das Förderprogramm "Integration durch Qualifizierung (IQ)" ist Partner des DDT und die Landesnetzwerke beteiligen sich jährlich mit Aktionen, mit denen sie aufmerksam machen auf die Bedeutung von Vielfalt in der Gesellschaft und in Unternehmen. Auch dieses Jahr sind wieder Partner im IQ Netzwerk Rheinland-Pfalz mit Aktionen vertreten. Unter anderem wird es einen Beratungstag zur Anerkennung ausländischer Abschlüsse und Berufsqualifikationen geben. Weitere Aktionen sind in Planung. DDT 2019

DDT IQ 2019

 

In den vergangenen vier Jahren lernten wir und unsere Partner im IQ Netzwerk Rheinland-Pfalz Menschen aus unterschiedlichen Ländern kennen, die einen langen und oft mühsamen Weg auf sich nahmen, um ihre erworbenen Berufe oder Kompetenzen hier in Deutschland anerkennen zu lassen. Sie mussten bürokratische Hürden überwinden, Sprachkenntnisse erwerben, Fachkurse absolvieren und Prüfungen ablegen. Einige von ihnen haben wir in der Broschüre "Gute Aussichten - Internationale Fachkräfte in Rheinland-Pfalz" porträtiert.Darunter eine Deutschlehrerin aus Russland, ein KFZ-Mechaniker aus Mexiko, ein Apotheker aus Syrien und eine Krankenpflegerin aus Serbien. Sie alle haben mittlerweile in Deutschland Fuß gefasst und gehen ihren Weg. "Die vorliegende Veröffentlichung vermittelt eindrucksvoll, wie indivuelle Berufswege von qualifizierten Fachkräften in Rheinland-Pfalz gelingen können", schreibt Miguel Vicente, Beauftragter der Landesregierung für Migration und Integration Rheinland-Pfalz, im Grußwort der Broschüre, die ab sofort als Druckausgabe bestellt werden kann. Hier geht's zum Download der Broschüre

Sieben Lehrerinnen und Lehrer aus Syrien, Afghanistan, Russland und der Ukraine sowie zwei Ingenieure aus Syrien haben sich in den vergangenen Wochen bei der Handwerkskammer Koblenz in mehr als 100 Unterrichtsstunden mit deutschem Berufsbildungsrecht, den Besonderheiten des Dualen Systems, handlungsorientierter Qualifizierung, Jugendarbeitsschutzgesetz und Mitbestimmung, Ausbildungsmethoden und –mitteln und vielem mehr auseinandergesetzt. Wie fit sie anschließend in den Bereichen Arbeits- und Berufspädagogik waren, konnten sie in der praktischen und schriftlichen Ausbildereignungsprüfung unter Beweis stellen. Mit Bestehen der Prüfung haben sie den AdA-Schein erworben (Ausbildung des Ausbilders) und somit die Möglichkeit, bei Bildungsträgern in Maßnahmen für benachteiligte Jugendliche (Außerbetriebliche Ausbildung (BAE) oder Ausbildungsbegleitende Hilfen (abH) zu arbeiten. 

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Informationen zum Projekt, zur Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse und zu Anpassungsqualifizierungen bei der HwK Koblenz, Tel. 0261/398-128, Fax: -936, Evelina.Parvanova @hwk-koblenz.de. (Bild: HWK Koblenz)

Das Verfahren zur Anerkennung von im Ausland erworbener Abschlüsse ist sowohl für jene, die in akademischen Heilberufen arbeiten wollen, als auch für die, die in nichtakademischen Heilberufen eine ausbildungsadäquate Stelle finden wollen, kompliziert und erfordert einen langen Atem. Doch nicht nur die, die auf Anerkennung hoffen, sind herausgefordert. Auch jene,die das Anerkennungsverfahren durchführen, haben umfangreiche Aufgaben zu bewältigen. In Rheinland-Pfalz ist das Landesamt für Soziales, Jugend und Versorgung (LSJV) die anerkennendeStelle. Seit 2016 kooperieren das LSJV und das IQ Netzwerk Rheinland-Pfalz und beschleunigen und optimieren durch ihre fruchtbare Zusammenarbeit Prozesse im Sinne aller Beteiligten. Die Zeitschrift Clavis berichtet darüber im Interview in der Ausgabe 5-18 "Ausländische Fachkräfte für das Gesundheitswesen". 

Vor Kurzem ist die Website Faire Integration an den Start gegangen. Sie bietet einen Überblick über das bundesweite Beratungsangebot zu sozial- und arbeitsrechtlichen Fragestellungen für Geflüchtete in den Sprachen deutsch, englisch, arabisch. Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer und jene, die beabsichtigen in Deutschland eine Arbeit aufzunehmen, können sich auf der Website über Themen wie Arbeitsvertrag, Leiharbeit, Mindestlohn informieren. Darüber hinaus bietet die Website einen Überblick über Beratungsstellen in den jeweiligen Bundesländern. Ziel ist, das Geflüchtete die Möglichkeit haben, sich über ihre Rechte als Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer zu informieren und sich dadurch vor Benachteiligung und Ausbeutung auf dem Arbeitsmarkt zu schützen. In Rheinland-Pfalz ist das Beratungsangebot Faire Integration beim Träger Mainzer Kompetenz Initiativen e.V. angesiedelt. Infos und Kontakt. 

Im Laufe des Jahres 2018 nahmen die Beratungsstellen Faire Integration in den IQ Landesnetzwerken ihre Arbeit auf. Inzwischen können sich Menschen mit Fluchterfahrung in allen 16 Bundesländern zu arbeits- und sozialrechtlichen Fragestellungen beraten lassen. Dazu liegen jetzt erste Zahlen vor: Von Ende 2017 bis zum 31. Oktober 2018 führten die 16 Beratungsstellen insgesamt 880 Beratungen (589 Erstberatungen und 291 Folgeberatungen) durch. Am häufigsten nahmen bisher Personen mit syrischer Staatsbürgerschaft (35,5%), gefolgt von Personen aus Afghanistan (9,3%), Eritrea (7,3%) und dem Irak (5,3%) die Beratung in Anspruch. Gegenstand der Beratungen waren vor allem Fragen zur Entlohnung, zum Arbeitsvertrag oder zu einer erfolgten Kündigung. Zum Beratungsangebot Rheinland-Pfalz geht es hier. Factsheet Faire Integration in Deutschland

Ratsuchende, Qualifizierungsteilnehmerinnen und –teilnehmer erreicht man mit am besten über social-media-Kanäle. Seit Kurzem ist das IQ Netzwerk Rheinland-Pfalz mit einer Facebook-Präsenz am Start und informiert kurz und bündig über Neuigkeiten im eigenen Netzwerk, bei den Partnern und zu Themen, die die Zielgruppe der Ratsuchenden, aber auch alle Multiplikatorinnen und Mulitplikatoren interessieren. https://www.facebook.com/IQNetzwerkRLP/ freut sich über zahlreiche Likes, Kommentare oder das Teilen von Beiträgen.

ALEX steht für Arbeitsmarktlexikon und gibt Fachexpertinnen und -experten sowie all jenen, die sich für das Thema Migration und Arbeitsmarkt interessieren, präzise aufbereitete Informationen an die Hand. Rund 120 Artikel, die von einem interdisziplinären Team verfasst wurden, bieten Faktenwissen rund um den deutschen Arbeitsmarkt. Themen, bei denen es unterschiedliche Meinungen und Positionen gibt, wie zum Beispiel „Integration“ bzw. „Inklusion“, werden in verschiedenen wissenschaftlichen Lesarten und gesellschaftlichen Diskursen neutral dargestellt. Durch eine konsequente Verlinkung aller Fachbegriffe, eine einfach zu bedienende Suchfunktion sowie ausführliche Literaturempfehlungen regt ALEX zur tieferen Auseinandersetzung und Versachlichung bestehender Integrationsdebatten an. Direkt zur Website www.alex-iq.de 

Mitte November ist es soweit: Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der "virtuellen sprachlichen Qualifizierung für Pädagoginnen und Pädagogen" absolvieren ihre TestDaF-Sprachzertifikatsprüfung (Test Deutsch als Fremdsprache). Hierfür bereiteten sie sich monatelang vor und nahmen am C1-Sprachkurs teil, der vornehmlich im virtuellen Klassenzimmer stattfand. Ende Oktober trafen sich die Teilnehmenden zum Präsenzseminar in Koblenz und lernten sich so auch einmal persönlich kennen. Im Zentrum des zweitägigen Treffens mit ihrer Dozentin Julia Stander vom Projektträger IBB Institut für Berufliche Bildung stand allerdings auch hier das intensive Training, um die anspruchsvolle Prüfung zu bestehen. Der erfolgreiche Prüfungsabschluss eröffnet den motivierten jungen Menschen mehr berufliche Perspektiven im pädagogischen Bereich.

 TN WE in Koblenz

Lernen für die anspruchsvolle Deutschsprachprüfung: Fadi Shaheen, Julia Stander, Maisaa Alsuleiman, Daria Roor, Rozana Zibar und Sylvia Poblete Hönemann (vlnr; Bild: IBB)

„Wir sind noch nicht einmal drei Jahre in Deutschland, und jetzt arbeite ich hier als approbierte Apothekerin. Vor einem Jahr war es noch ein Traum – jetzt ist er wahr geworden!” Shaza Asaad steht da in ihrem weißen Apothekerinnenkittel und strahlt. Wie ihr Kollege Hussam Helal hat sie an der ersten Qualifizierung „Apotheker für die Zukunft” teilgenommen, die im IQ Netzwerk Rheinland-Pfalz durchgeführt wurde. Den Weg der beiden Syrer, die vor wenigen Jahren nach Deutschland kamen, die vielen Hürden, die sie nehmen mussten, eh sie ihr Ziel - endlich wieder in ihrem Beruf als Apothekerin und Apotheker arbeiten zu dürfen - erreichten, dokumentiert diese Broschüre