Im Laufe des Jahres 2018 nahmen die Beratungsstellen Faire Integration in den IQ Landesnetzwerken ihre Arbeit auf. Inzwischen können sich Menschen mit Fluchterfahrung in allen 16 Bundesländern zu arbeits- und sozialrechtlichen Fragestellungen beraten lassen. Dazu liegen jetzt erste Zahlen vor: Von Ende 2017 bis zum 31. Oktober 2018 führten die 16 Beratungsstellen insgesamt 880 Beratungen (589 Erstberatungen und 291 Folgeberatungen) durch. Am häufigsten nahmen bisher Personen mit syrischer Staatsbürgerschaft (35,5%), gefolgt von Personen aus Afghanistan (9,3%), Eritrea (7,3%) und dem Irak (5,3%) die Beratung in Anspruch. Gegenstand der Beratungen waren vor allem Fragen zur Entlohnung, zum Arbeitsvertrag oder zu einer erfolgten Kündigung. Zum Beratungsangebot Rheinland-Pfalz geht es hier. Factsheet Faire Integration in Deutschland

„Die Beratungszahlen und Fallbeispiele verdeutlichen, wie wichtig das Beratungsangebot Faire Integration ist. Nach Deutschland geflüchtete Personen wissen ohne Unterstützung häufig nicht, wie sie sich z.B. gegen vorenthaltene Löhne, unbezahlte Überstunden oder willkürliche Kündigungen wehren können. Bisher haben wir nur einen kleinen Anteil der Betroffenen erreicht“, so Jochen Empen (Projektleiter „Support Faire Integration“)

Ratsuchende, Qualifizierungsteilnehmerinnen und –teilnehmer erreicht man mit am besten über social-media-Kanäle. Seit Kurzem ist das IQ Netzwerk Rheinland-Pfalz mit einer Facebook-Präsenz am Start und informiert kurz und bündig über Neuigkeiten im eigenen Netzwerk, bei den Partnern und zu Themen, die die Zielgruppe der Ratsuchenden, aber auch alle Multiplikatorinnen und Mulitplikatoren interessieren. https://www.facebook.com/IQNetzwerkRLP/ freut sich über zahlreiche Likes, Kommentare oder das Teilen von Beiträgen.

ALEX steht für Arbeitsmarktlexikon und gibt Fachexpertinnen und -experten sowie all jenen, die sich für das Thema Migration und Arbeitsmarkt interessieren, präzise aufbereitete Informationen an die Hand. Rund 120 Artikel, die von einem interdisziplinären Team verfasst wurden, bieten Faktenwissen rund um den deutschen Arbeitsmarkt. Themen, bei denen es unterschiedliche Meinungen und Positionen gibt, wie zum Beispiel „Integration“ bzw. „Inklusion“, werden in verschiedenen wissenschaftlichen Lesarten und gesellschaftlichen Diskursen neutral dargestellt. Durch eine konsequente Verlinkung aller Fachbegriffe, eine einfach zu bedienende Suchfunktion sowie ausführliche Literaturempfehlungen regt ALEX zur tieferen Auseinandersetzung und Versachlichung bestehender Integrationsdebatten an. Direkt zur Websitewww.alex-iq.de oder zur Pressemeldung

Mitte November ist es soweit: Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der "virtuellen sprachlichen Qualifizierung für Pädagoginnen und Pädagogen" absolvieren ihre TestDaF-Sprachzertifikatsprüfung (Test Deutsch als Fremdsprache). Hierfür bereiteten sie sich monatelang vor und nahmen am C1-Sprachkurs teil, der vornehmlich im virtuellen Klassenzimmer stattfand. Ende Oktober trafen sich die Teilnehmenden zum Präsenzseminar in Koblenz und lernten sich so auch einmal persönlich kennen. Im Zentrum des zweitägigen Treffens mit ihrer Dozentin Julia Stander vom Projektträger IBB Institut für Berufliche Bildung stand allerdings auch hier das intensive Training, um die anspruchsvolle Prüfung zu bestehen. Der erfolgreiche Prüfungsabschluss eröffnet den motivierten jungen Menschen mehr berufliche Perspektiven im pädagogischen Bereich. TN WE in Koblenz

Lernen für die anspruchsvolle Deutschsprachprüfung: Fadi Shaheen, Julia Stander, Maisaa Alsuleiman, Daria Roor, Rozana Zibar und Sylvia Poblete Hönemann (vlnr; Bild: IBB)

 

Auf folgende Ausschreibung möchten wir hinweisen: Konzeptanpassung, inhaltliche Ausgestaltung und zweimalige Durchführung eines Tagesseminars für Mitarbeitende (Vermittler/-innen) in Jobcentern und Arbeitsagenturen zum Thema „Gründungsunterstützung für Flüchtlinge und Zuwanderer“ für das Teilprojekt InProzess des IQ Landesnetzwerks Rheinland-Pfalz

Folgende Leistungen müssen u.a. bis 15.12.18 erbracht werden: 

1. Durchführung von 2 Seminaren (Schulungen / Trainings) im Tandem mit der Fachstelle Migrantenökonomie im Zeitraum Ende November / Anfang Dezember. Thema: „Gründungsunterstützung für Flüchtlinge und Zuwanderer“. 

2. Input in Workshop des IQ Landesnetzwerks Rheinland-Pfalz zum Thema Gründungsunterstützung für IQ Beraterinnen und Berater.

Bitte richten Sie Ihr Angebot bis 10.11.2018 an:
Institut für Sozialpädagogische Forschung Mainz e.V. (ism)
Augustiner Str. 64-66 55116 Mainz
Kontakt und Rückfragen: Johanna Diehl E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! Tel.: 06131 / 906 18-10

anbei weitere Informationen

Welche besonderen Integrationspotenziale für Geflüchtete im ländlichen Raum bestehen und welche integrative Rolle haben dabei Vereine? Mit diesen Fragen setzten sich in Mainz bei der Veranstaltung "Zugezogen und dazugehören. Flüchtlinge im ländlichen Raum" über 70 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus kommunaler, städtischer und Landesverwaltung sowie Ehrenamtliche und Hauptamtliche aus der Flüchtlingshilfe, Vertreter von Migrantenorganisationen und Bildungsträgern auseinander. Den Auftakt machte Staatsministerin Ulrike Höfken aus dem Landesministerium für Umwelt, Ernährung, Energie und Forsten mit einem Grußwort. Sie betonte, wie umfangreich die Anstrengungen seien, die die Landesregierung mit Aktivitäten in den vielfältigsten Bereichen – eben bis hinein ins Umweltministerium – vornimmt, um Flüchtlinge im Land erfolgreich zu integrieren.

Fachgespräch Runde3

In mehreren Diskussionsrunden ging es um das Thema Geflüchtete im ländlichen Raum. (Bild ism) 

Viele Menschen kommen nach Deutschland und möchten hier leben und arbeiten. Oft bringen sie bereits berufliche Qualifikationen mit. Dann stellt sich die Frage, ob und wie diese Qualifikationen hier anerkannt werden können oder sogar müssen. Das IQ Netzwerk Rheinland-Pfalz als Teil des bundesweiten Förderprogramms "Integration durch Qualifizierung (IQ)" informiert und unterstützt kostenfrei in allen Fragen zur Anerkennung ausländischer Abschlüsse. Claudia Vortmann, Anerkennungs- und Qualifizierungsberaterin beim IQ Projektträger MIP – Medici In Posterum GmbH informierte auf Einladung von Anne Albert, Beauftragte für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt bei der Agentur für Arbeit, in Bad Kreuznach am 23. Oktober über alle Fragen rund um das Anerkennungsverfahren. Sechzehn interessierte Menschen aus Brasilien, Pakistan, Litauen, Thailand und anderen Ländern ließen sich beraten, ob und wie sie in ihren Berufen in den Bereichen Zahnmedizin, Pädagogik, Wirtschaftswissenschaften oder IT eine Anerkennung erreichen können.

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Claudia Vortmann informierte auf Einladung von Anne Albert über die Anerkennung ausländischer Abschlüsse. (Bild: Agentur für Arbeit, Bad Kreuznach)

 

Heute fand die Abschlussveranstaltung der bereits vierten Ingenieurqualifizierung in Mainz statt. 18 Männer und Frauen aus Syrien, dem Iran, Russland, der Ukraine, aus Bosnien-Herzegowina und dem Libanon haben sich vier Wochen lang intensiv weiterqualifiziert in Themen des deutschen Bau- und Planungswesens, um nun schneller eine Stelle in einem Bau-, Planungs- oder Architekturbüro oder auch einer Stadtverwaltung zu finden. Sie alle haben in ihrer Heimat ein Studium in jenen Bereichen absolviert. Die Abschlussveranstaltung bot eine gute Gelegenheit direkt mit suchenden Unternehmen in Kontakt zu kommen. Erst stellten sie sich und ihre offenen Stellen vor, darunter waren die Personalverantwortlichen der Städte Freiburg und Trier sowie Vertreterinnen und Vertreter aus Ingenieur- und Architekturbüros. Dann konnten Sie direkt mit den Teilnehmenden der Qualifizierung ins Gespräch kommen und deren Bewerbungsmappen mitnehmen. "Wir haben großen Bedarf an Ingenieuren, nicht nur an Bauingenieuren, und haben bereits gute Erfahrungen mit den Absolventen der Ingenieurqualifizierung gemacht", erzählt Wilhelmina Katzschmann vom IGB Ingenieurbüro Katzschmann. 

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Fit für die Zukunft nach einer vierwöchigen Qualifizierung. (Bild IQ Netzwerk Rheinland-Pfalz)

Über die erfolgreiche Qualifizierung im IQ Netzwerk Rheinland-Pfalz von Geflüchteten zu Busfahrern in Mainz berichtete kürzlich auch das ZDF in der Sendung "heute - in Deutschland". Los geht es ab Minute 7:20. ZDF heute

19 Frauen und Männer starten heute in die vierte Ingenieurqualifizierung in Mainz. Vier Wochen lang werden die studierten Bauingenieurinnen und -ingenieure, Elektroingenieurinnen und Ingenieure und Architektinnen und Architekten aus Syrien, dem Iran, dem Libanon, Russland, Bosnien-Herzegowina und der Ukraine fit gemacht. Unter anderem stehen diese Themen auf dem Stundenplan: Bauorganisation, Projektmanagement, Termin- und Kostenplanung, rechtliche Grundlagen, Kommunikation und Arbeitskultur sowie Bewerbungscoaching. Ziel ist, dass die Teilnehmenden der IQ Qualifizierung anschließend leichter eine Arbeit im Bereich Planen und Bauen, Architektur und Ingenieurwesen finden. Die Abschlussveranstaltung findet am 21. September in Mainz statt. Unternehmen, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in diesen Bereichen suchen, präsentieren dabei auch ihr Stellenangebot und treten mit den potenziellen Kandidatinnen und Kandidaten in Kontakt. 

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23.8.18: Die Ingenieurqualifizierung startet mit 19 Männern und Frauen. (Bild IQ Netzwerk Rheinland-Pfalz)