Drei Jahre lang hat die ARBEIT & LEBEN gGmbH, das Teilprojekt „Brücke in den Arbeitsmarkt. Ein branchenspezifisches Vermittlungsprojekt von Flüchtlingen in Arbeit“ im IQ Netzwerk Rheinland-Pfalz erfolgreich umgesetzt. Von den 36 Geflüchteten, die 2016, 2017 und 2018 an den Qualifizierungen teilnahmen, sind mittlerweile mehr als drei Viertel sozialversicherungspflichtig als Busfahrer bei der Mainzer Verkehrsgesellschaft (MVG) beschäftigt. ARBEIT & LEBEN hat die Teilnehmer (alle waren männlich) fachlich und sprachlich begleitet und die Verantwortlichen im Unternehmern bei der Durchführung der Maßnahme beraten. Jetzt hat der Bildungsträger ein Curriculum erstellt mit didaktischen Anregungen für den Sprachförderunterricht von angehenden Busfahrerinnen und Busfahrer mit Zuwanderungsgeschichte.

Doris Hormel, die Projektleiterin, stellt das „Exemplarische Curriculum“ im Interview vor.

Doris Hormel 2017

 

  1. Was sind die wichtigsten Inhalte des Curriculums?

Das Curriculum gliedert sich in vier spezifische Themengebiete bzw. Handlungsfelder auf, die in unterschiedlicher Intensität in Kursen abgedeckt werden. Hier handelt es sich konkret um den Umgang und die Vorbereitung auf externe Prüfungen, auf allgemeine Berufsfachsprache, Berufs- und arbeitsplatzspezifische Textsorten sowie um die Kommunikation im Betrieb mit Kundinnen, Kunden sowie und Kolleginnen und Kollegen im konkreten Fall.

  1. Welches sind die wichtigsten Botschaften darin?

Durch die oben genannten Inhalte, die auf authentischem Material beruhen, welches wiederum von uns aufbereitet und didaktisiert wurde, kann man Berufskraftfahrer global auf die Kommunikationsherausforderungen in ihrem Berufsfeld und an ihrem jeweiligen Arbeitsplatz vorbereiten. Die Arbeitsplatznähe, die unmittelbare Relevanz und die damit verbundenen kurzen Transferwege sind unserer Auffassung nach mit der Schlüssel zur berufssprachlichen Integration in Arbeitsfeld und Betrieb. Zuletzt sind immer die Teilnehmenden, ihre Bedarfe, Ziele und Ressourcen im Zentrum des Lehrens. Sie sollen als Expertinnen und Experten in ihrem Bereich wertgeschätzt und bei der Gestaltung des Unterrichts aktiv mit eingebunden werden.

  1. Was hat euch zu diesem Curriculum veranlasst?

Es gibt bis dato nur sehr wenige konkrete didaktische Materialien für den Sprachförderunterricht von angehenden Busfahrerinnen und Busfahrer mit Zuwanderungsgeschichte. Ein Spezialsprachkurs mit eindeutigem Fokus und Ziel benötigt demnach auch ein maßgeschneidertes und bedarfsorientiertes Curriculum.

  1. Wer soll / kann es nutzen und in welchem Zusammenhang?

Es gibt konkrete didaktische Anregungen für den Sprachförderunterricht von Busfahrerinnen und Busfahrern und kann deshalb hilfreich sein für Kursleitungen entsprechender Angebote, aber auch für Träger solcher Kurse generell, um einen Eindruck zu gewinnen von den Themen und Inhalten dieser Kurse.

Die Broschüre steht zum Download bereit unter https://www.arbeit-und-leben.de/uploads/media/2019_05_16_IQ_Broschuere_Bruecke_web.pdf